Gen Z und Neubauprojekte: Warum der digitale Erstkontakt heute entscheidet
- liveTour Immobilienmarketing GmbH

- 26. Jan.
- 5 Min. Lesezeit

Inhaltsverzeichnis
Gen Z ist länger online als ein durchschnittlicher Arbeitstag
In der Schweiz sind Menschen 2025 im Schnitt 5,7 Stunden pro Tag im Internet. Bei den 20 bis 29 Jährigen sind es 8,4 Stunden. Und 95 Prozent dieser Altersgruppe nutzen soziale Medien. [1]
Das ist keine Randnotiz. Das prägt Erwartungen an Information, Tempo und Nutzerführung.
Bei der Erstvermietung wird die Gen Z in den nächsten Jahren den Markt prägen.
Bei Eigentum ist Gen Z oft nicht die Käufergruppe. Der Einstieg ist teuer und wird für viele unter 35 nur noch in wenigen Regionen realistisch. [2]
Bei der Erstvermietung ist das anders, denn hier ist Gen Z mittendrin.
Das Bundesamt für Statistik zeigt es klar. Die meisten verlassen das Elternhaus zwischen 20 und 30 und mit knapp 23 ist die Hälfte ausgezogen. [3]
Für Neubauprojekte in der Erstvermietung gilt, Sie erreichen diese Zielgruppe zuerst online.
Das zeigt sich auch in der Praxis. Viele junge Suchende entscheiden in Sekunden, ob ein Projekt überhaupt in Frage kommt, nicht nach dem Telefonat, sondern nach dem ersten Blick auf die Projektseite. Die Gen Z ist dabei oft Mitentscheiderin. Sie recherchiert, teilt Links, beurteilt Grundrisse, schätzt die Lage ein und sortiert schnell aus, was nicht sauber wirkt. Wenn Sie diese Gruppe digital verlieren, verlieren Sie oft auch die Diskussion im Hintergrund.
Schweizer Kontext: Wohneigentum ist knapp, Vertrauen wird härter geprüft
Das Bundesamt für Wohnungswesen zeigt, dass rund 36 Prozent der dauerhaft bewohnten Wohnungen von den Eigentümerinnen und Eigentümern selbst bewohnt werden. [4] Die Quote ist tief, die Preise sind hoch. Laut einer Analyse von Wüest Partner ist Wohneigentum für viele unter 35 nur noch in wenigen Regionen realistisch. [5]
Für die Vermarktung hat das zwei klare Folgen.
Erstens ist die Hürde hoch. Wer trotzdem sucht, vergleicht genauer und entscheidet kritischer. Zweitens wird Seriosität früher beurteilt. Wer unsicher ist, will klare Antworten sofort, nicht erst nach dem ersten Telefonat.
Für die Erstvermietung heisst das mehr Konkurrenz um passende Mietwohnungen und mehr Druck im Suchprozess. Und damit auch ein grösseres Bedürfnis nach Orientierung.
Wer sucht, will schnell verstehen, was verfügbar ist, was es kostet, wie die Bewerbung läuft und wie sich der Alltag dort anfühlt.
Wenn diese Basics nicht sofort klar sind, sind viele weg. Nicht weil die Wohnung schlecht ist, sondern weil der Weg dahin zu mühsam wirkt.
Der Erstkontakt passiert auf dem Handy
Weltweit lag der Anteil mobiler Zugriffe am Web Traffic im Dezember 2025 bei rund 54 Prozent. [6] Für Neubauprojekte heisst das, viele schauen Ihre Projektwebseite zuerst am Handy an, unterwegs, mit wenig Zeit und wenig Geduld.
Das wird häufig unterschätzt. Viele Unterlagen sind sauber gestaltet, aber für Desktop gedacht. Auf Mobile kippt das Erlebnis.
Ein typisches Beispiel sind Grundrisse. Auf A4 perfekt, auf dem Handy nur noch ein grauer Fleck. Wer dann zoomen muss und trotzdem nichts liest, macht zu.
Speed ist kein Detail. Speed ist ein Vertrauensfilter
Google nennt zwei Kennzahlen, die den Effekt gut erklären. 53 Prozent verlassen eine mobile Seite, wenn sie länger als 3 Sekunden lädt. [7] Und wenn die Ladezeit von 1 auf 3 Sekunden steigt, steigt die Absprungwahrscheinlichkeit um 32 Prozent. [8]
Das ist nicht nur Technik, das ist Psychologie. Wenn etwas langsam lädt, wirkt es schnell unaufgeräumt, und wenn es unaufgeräumt wirkt, sinkt das Vertrauen und es gibt keine Anfrage.
Projekte gewinnen selten mit mehr Features. Sie gewinnen mit weniger Reibung
Viele Teams reagieren auf digitalen Druck mit neuen Elementen. Noch ein PDF, noch ein Tool, noch ein Modul. Das ist verständlich, aber oft der falsche Hebel.
In der Praxis gewinnen Projekte, die drei Dinge sauber hinbekommen.
Orientierung in wenigen Sekunden
Konsistenz über alle Touchpoints
Kurze Wege bis zur Antwort
Wenn das stimmt, kann ein Projekt auch ohne grosse Show überzeugen. Wenn das nicht stimmt, helfen die schönsten Visualisierungen nur begrenzt.
Was das konkret heisst für Neubauprojekte
Sie brauchen keinen Tech Stack, der nach IT-Projekt aussieht. Sie brauchen einen digitalen Erstkontakt, der ruhig, klar und belastbar ist.
Diese Checkliste deckt die Punkte ab, die heute in Projekten immer wieder entscheidend sind.
Projektseite ist Mobile First und lädt schnell
Grundrisse sind auf dem Handy lesbar, nicht nur als Mini PDF
Visualisierungen oder virtuelle Rundgänge sind direkt eingebettet, ohne Login
Mikrolage wird konkret erklärt, Alltag, Wege, Nutzen statt Floskeln
Kontakt ist einfach auffindbar, Rückrufzeiten sind klar, Antworten kommen zügig
Terminfindung ist einfach, ideal online buchbar oder schnell koordiniert
Informationen sind konsistent über Webseite, Exposé, Social Media und Mail
Der wichtigste Satz in dieser Liste ist der letzte. Konsistenz.
Wenn Preise, Flächen, Ausbaustandard oder Verfügbarkeit auf jedem Kanal anders klingen, entsteht Misstrauen. Auch wenn es nur ein Detail ist.
Typische Bremsen aus der Praxis
Grundrisse sind auf Mobile unlesbar
Lösung: Mobile optimierte Darstellung plus Download. PDF darf bleiben, aber nicht als einzige Option.
Zu viele Downloads, zu wenig Führung
Lösung: Die wichtigsten Antworten direkt auf der Seite. Downloads als Ergänzung, nicht als Navigation.
Kontaktwege sind zu lang
Lösung: Kurzform, klare Zuständigkeit, klare Rückrufzeiten. Das reduziert Abbrüche und unnötige Rückfragen.
Einheitenlogik ist unklar
Lösung: Ein sauberer Einstieg. Was ist verfügbar, was ist reserviert, was ist verkauft. Ohne Interpretation.
Widersprüche zwischen Exposé, Webseite und Mail
Lösung: Ein Datenstand als Quelle. Ein einfacher Prozess, der Updates überall nachzieht.
Schnelltest in 15 Minuten
Wenn Sie prüfen wollen, ob Ihr Projekt digital Reibung erzeugt, machen Sie einen schnellen Realitätscheck.
Handy auf, nicht im WLAN
Projektseite laden und in 10 Sekunden erklären können, worum es geht
Einheit finden, Preislogik verstehen
Grundriss öffnen und ohne Frust lesen können
Lage und Alltag verstehen, ohne Marketingfloskeln
Kontakt auslösen, Aufwand und Erwartung prüfen
Danach Abgleich, sind Fakten in Exposé und Bestätigungsmail identisch
Wenn Sie dabei zweimal stocken, stockt Ihre Zielgruppe erst recht.
Fazit
Gen Z ist nicht einfach eine junge Zielgruppe. Sie ist ein Massstab für digitale Qualität.
Und weil der Erstkontakt heute mobil und schnell passiert, wird digitale Reibung sofort als Vertrauenssignal interpretiert.




Kommentare